Quartiersverein für das Neue Hulsberg-Viertel gegründet

Vergangene Woche, Montag, 25. Februar 2019, wurde auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte – dem zukünftigen Neuen Hulsberg-Viertel – der „Neues Hulsberg-Viertel Quartiersverein e.V.“ gegründet. Anwesend dafür waren neun Mitbegründerinnen und -gründer, die einstimmig die Vereinsgründung entschieden.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten

  • Gabriele Friedrich, Baustaatsrätin a.D. und ehemalige GEG-Aufsichtsratsvorsitzende,
  • Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses,
  • Florian Kommer, Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. KG (GEG),
  • Corinna Lueßen, langjährige Teilnehmerin der Bürgerforen,
  • Martin Pampus, Vorsitzender vom Bund Deutscher Architekten,
  • Karin Peters, Prokuristin der GEG,
  • Rolf Specht, Geschäftsführender Gesellschafter der Specht Gruppe,
  • Daniela Wendorf, Direktorin am Klinikum Bremen-Mitte und
  • Karsten Zill, Ehrenpräsident der Ingenieurkammer der Freien Hansestadt Bremen.

Auch die Wahlen zum Vereinsvorstand wurden einstimmig entschieden. Florian Kommer wurde zum Ersten Vorsitzenden und Rolf Specht zum Zweiten Vorsitzenden gewählt. Karin Peters ist Schatzmeisterin und Daniela Wendorff die Schriftführerin des Quartiersvereins.

Zweck des Vereins sind die Förderung nachbarschaftlicher Verbundenheit und die Entwicklung von technischen und sozialen Konzepten für die Stärkung des Quartiers „Neues Hulsberg-Viertel“. Darunter fällt unter anderem die Entwicklung eines quartiersbezogenen Mobilitätsmanagements. Dieses soll insbesondere den Autoverkehr im Quartier durch alternative Angebote reduzieren. Der Verein soll aber auch dazu dienen, das Neue Hulsberg-Viertel zu beleben, die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner zu vernetzen und verschiedene Interessen zu koordinieren.

 

So ist der Quartiersverein zu erreichen:

Quartiersverein Neues Hulsberg-Viertel

Domshof 8 – 12
28195 Bremen

T +49 421 792 732 22

florian.kommer@geg-bremen.de

Die Gründungsmitglieder des Quartiersvereins Neues Hulsberg-Viertel:

Vordere Reihe v.l.n.r.: Florian Kommer, Rolf Specht, Karin Peters mit Tochter Laura, Daniela Wendorff, Martin Pampus

Hintere Reihe v.l.n.r.: Gabriele Friderich, Arie Hartog, Corinna Lueßen, Karsten Zill

Bericht vom Bürgerforum „Freiraum und Grüne Mitte“

Am Montag, den 3. September 2018, veranstalteten das Bauressort und die GEG ein öffentliches Bürgerforum. Diesemal ging es um den geplanten Landschaftsarchitekturwettbewerb, bei dem konkrete Ideen für den öffentlichen Freiraum und für die Grüne Mitte erarbeitet werden sollen.

Die Ergebnisse aus dem Bürgerforum wurden in einer schriftlichen Bericht dokumentiert. Dieses Dokument wurde der Wettbeewerbsauslobung als Anlage beigefügt.

Der Bericht steht hier als Download zur Verfügung: 180907_pt_Dokumentation_BuergerforumNHV.

Bürgerbeteiligung im Neuen Hulsberg-Viertel geht weiter

Bürgerforum „Freiraum und Grüne Mitte“ am Montag, 3. September, 18 Uhr, Klinikum Bremen-Mitte

Am 28. Juni ist der Bebauungsplan für das Neue Hulsberg-Viertel in Kraft getreten. Zusammen mit einem städtebaulichen Vertrag, der zuvor im Mai geschlossen wurde, sind die wesentlichen Rahmenbedingungen für die weitere Quartiersentwicklung geschaffen. Eine erhebliche Bedeutung für das städtebauliche Konzept im Neuen Hulsberg-Viertel hat der Freiraum: Das Berliner Landschaftsarchitekturbüro „relais“ hatte seinerzeit die Idee der „Grünen Mitte“ und den davon abgehenden grünen „Fingern“ entwickelt. Wie die Ausgestaltung des öffentlichen Grüns im Konkreten sein wird, soll nun in einem gesonderten Landschaftsarchitekturwettbewerb herausgefunden werden. Bevor dieser Wettbewerb aber gestartet wird, erhalten die Bremerinnen und Bremer noch einmal Gelegenheit, ihre Überlegungen, Ideen und Wünsche zu äußern:

Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und die Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. KG (GEG) veranstalten ein öffentliches Bürgerforum, in dem gemeinsam erörtert werden soll, welche Atmosphäre für die öffentlichen Grünflächen im Neuen Hulsberg-Viertel erwünscht und angemessen ist und was sich die Menschen in der Nachbarschaft, das Klinikpersonal aber auch die zukünftigen Bewohner und Nutzer des Quartiers von der Freiraumplanung im Neuen Hulsberg-Viertel erhoffen. Im Vorfeld wird darüber informiert wird, was alles zu beachten ist, wenn man das öffentliche Grün, die Straßen und Wegen im Neuen Hulsberg-Viertel plant.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden schriftlich dokumentiert und der Auslobung zum Landschaftsarchitekturwettbewerb beigelegt.

Montag, 3. September 2018
18 – 21 Uhr
Bürgerforum „Freiraum und Grüne Mitte“
Klinikum Bremen-Mitte, Hörsaal in der Inneren Medizin (Haus 2), 4. OG, St.-Jürgen-Str. 1, 28205 Bremen.

Die Veranstaltung ist öffentlich, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

GEG bringt das nächste Hulsberg-Grundstück an den Markt: Sorgenfrei 1

Vier Wochen, nachdem der Bebauungsplan für das Neue Hulsberg-Viertel in Kraft getreten ist, bringt die Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. KG (GEG) das nächste Grundstück an den Markt. Dabei handelt es sich um ein in die Jahre gekommenes Wohnhaus am Rand des heutigen Klinik-Geländes. Die Adresse ist klangvoll und vielversprechend: Sorgenfrei 1.
Das Bestandsgebäude hat eine Wohnfläche von ca. 230 Quadratmetern. Der Bebauungsplan 2450 für das Neue Hulsberg-Viertel gilt auch für dieses Grundstück und ließe eine Grundstücksausnutzung mit ca. 430 Quadratmetern oberirdischer Bruttogeschossfläche zu. Der für das Grundstück ermittelte Verkehrswert liegt bei EUR 315.000,–. Dies ist der Mindestpreis, den die GEG im Verkaufsverfahren von Bietern erwartet. Das Verkaufsverfahren startet am Dienstag, 31.07.2018. Die Frist zur Abgabe eines Erstangebotes wurde auf den 14.09.2018, bis spätestens 12.00 Uhr festgelegt. Die Verkaufsunterlagen können ab dem 31.07.2018 unter www.sorgenfreieins.de als PDF-Datei heruntergeladen werden.

90 % Preis, 10 % Konzept
Für die Entwicklung des Neuen Hulsberg-Viertels hatten Bausenator, GEG und die städtische Krankenhausgesellschaft Gesundheit Nord im Mai dieses Jahres einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, der unter anderem vorsah, dass bei allen Grundstücksverkäufen neben dem Kaufpreisgebot auch konzeptionelle Überlegungen zur Grundstücksentwicklung eine Rolle spielen. Diese Regelung gilt auch für das Verkaufsverfahren „Sorgenfrei 1“: Bei den eingehenden Geboten wird der Kaufpreis zu 90 Prozent gewichtet werden. Das Grundstück „Sorgenfrei 1“ liegt in direkter Nachbarschaft zur denkmalgeschützten Pathologie. Dort wird in Zukunft eine Zufahrt in das Neue Hulsberg-Viertel entstehen. „Sorgenfrei 1“ wird also eine Entree-Situation des neuen Quartiers markieren. Die GEG erwartet deshalb von den Bietern städtebauliche Aussagen zur künftigen Grundstücksnutzung. Diese konzeptionellen Überlegungen werden bei der Gebotsauswertung mit 10 Prozent gewichtet.
GEG-Geschäftsführer Florian Kommer zu diesem Aspekt: „Bereits bei unserem ersten Verkaufsverfahren – dem Ärztehaus-Grundstück – hatten wir die Messlatte für Architekturqualität hoch gehängt, indem wir den Investor zur Durchführung eines Architektenwettbewerbs verpflichtet hatten. So hoch sind die Anforderungen beim Sorgenfrei-Grundstück zwar nicht, aber wir wollen allen Kaufinteressenten deutlich machen, dass auch diese feine, kleine Adresse viel städtebauliches Gespür einfordert.“

Weitere Grundstücksverkäufe in 2018 geplant
Nach dem Verkaufsstart des Grundstückes „Sorgenfrei 1“ sind für das Jahr 2018 noch folgende Verfahren geplant:

„Friedrich-Karl“
Das Verkaufsverfahren für das Grundstück Friedrich-Karl richtet sich exklusiv an Baugemeinschaften; also Zusammenschlüsse von Privatpersonen, die gemeinschaftlich das Grundstück erwerben und bebauen wollen, verbunden mit dem Ziel, selbst dort zu wohnen. Der Start des Verkaufsverfahrens ist im Spätsommer 2018 geplant.
Weitere Informationen sind einsehbar unter www.friedrichkarl.de

„St.-Jürgen-Quartier“
Im Herbst dieses Jahres soll ein wesentlicher Teil der frei werdenden Klinikflächen in ein Verkaufsverfahren gebracht werden: Das „St.-Jürgen-Quartier“ im süd-westlichen Grundstücksbereich umfasst das denkmalgeschützte Gebäude der heutigen Augen- und urologischen Klinik und vier weitere Baufelder neben und im rückwärtigen Bereich dieses Klinikgebäudes. Weitere Informationen zu diesem Verkaufsverfahren folgen im vierten Quartal 2018.

„Bettenhaus“
Das Bauressort, die GEG und die GeNo haben sich im städtebaulichen Vertrag darauf verständigt, das Bettenhaus an der St.-Jürgen-Straße in ein konzeptionelles Verkaufsverfahren zu bringen. Ziel ist dabei, einen Käufer für ein gemeinschaftliches Wohnprojekt, ggf. ergänzt um soziale, kulturelle oder gewerbliche Nutzungen, zu finden. Einem solchen Käufer soll das Bettenhausgrundstück für ein Jahr „an die Hand“ gegeben werden. In dieser Zeit kann der Käufer die Projektierung und Finanzierung organisieren. Die GEG strebt den Beginn eines solchen Anhandgabeverfahrens für Ende 2018 an.

Städtebaulicher Vertrag unterzeichnet

Am 25. Mai 2018, vier Tage vor dem Satzungsbeschluss der Baudeputation zum B-Plan 2450 „Neues Hulsberg-Viertel“, wurde bei sommerlichen Temperaturen auf der Wiese vor der Alten HNO von 1851 der Städtebauliche Vertrag für das Neue Hulsberg-Viertel unterzeichnet. Von links nach rechts:

  • Florian Kommer, Geschäftsführer der GEG
  • Senatorin Professor Dr. Eva Quante-Brandt, Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz
  • Jutta Dernedde, Geschäftsführerin der GeNo
  • Hellena Harttung, Leiterin des Ortsamtes Mitte/Östliche Vorstadt
  • Senator Dr. Joachim Lohse, Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr

Die digitale Fassung des städtebaulichen Vertrages nebst Anlagen kann hier heruntergeladen werden:

180529-01 Staedtebaulicher Vertrag Digitale Ausfertigung

180529-02 Anlagen aus Staedtebaulichem Vertrag Neues Hulsberg-Viertel

Satzungsbeschluss zum B-Plan – Baudeputation tagt am 29. Mai 2018 öffentlich

Am Dienstag, dem 29. Mai 2018, tagt die städtische Deputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft in öffentlicher Sitzung. Unter anderem steht der Bebauungsplan 2450 „Neues Hulsberg-Viertel“ auf der Tagesordnung, zu dem ein Satzungsbeschluss angestrebt wird.

Die Deputationsvorlage zum B-Plan 2450 (29,5 MB): 180529 Vorlage Depu BP_2450_Satzungsbeschluss

 

Beirat Östliche Vorstadt diskutiert den Städtebaulichen Vertrag

Am Dienstag, dem 8. Mai 2018, stand in der öffentlichen Sitzung des Beirates Östliche Vorstadt der Städtebauliche Vertrag zum Bebauungsplan 2450 „Neues Hulsberg-Viertel“ auf der Tagesordnung. Reinhard Viering, vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr erläuterte in einem pointierten Vortrag die wesentlichen Regelungsinhalte des Städtebaulichen Vertrages.

Die Präsentation zum Vortrag kann hier herungtergeladen werden: 180508 Präsentation Beiratssitzung 08.05.2018

Nach engagierter und ausführlicher Debatte mit den Besucherinnen und Besuchern der Beiratssitzung und den Beiratsmitgliedern schloss der Tagesordnungspunkt mit der formalen Kenntnisnahme durch den Beirat.

So soll es weitergehen:

Am Dienstag, dem 15. Mai 2018, sollen Ziele und Inahlte des Bebauungsplanes und der Städtebauliche Vertrag im Senat beraten werden. Für Dienstag, den 29. Mai 2018, soll der Bebauungsplan von der zuständigen Fachdeputation für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung, Energie und Landwirtschaft beschlossen werden.

Komplex, hochkomplex, Städtebaulicher Vertrag

Bausenator und GEG informierten am 14. Juni 2017 über die geplanten Inhalte des Städtebaulichen Vertrages – Ein Bericht von Carsten Werner. Fotos: Christina Kuhaupt.

„Langer Atem, Geduld und manchmal auch ein wenig Gelassenheit gehören offenkundig zu den Grunddisziplinen, die es in der Bürgerbeteiligung zum Neuen Hulsberg-Viertel braucht.“ – so begann der letzte Blog-Bericht auf dieser Seite vom 28. Oktober 2016 … und zu diesem Zeitpunkt  war das vorangegangene letzte Bürgerforum zum Thema Mobilität auch schon gut anderthalb Jahre her. Dazwischen: Wahlen zum Bremer Stadt- und Landesparlament und neuen Stadtteilbeiräten; die Bearbeitung der Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung in der Baubehörde; die Bearbeitung, Auslegung und Abwägung des Bebauungsplanes 2450 zum Neuen Hulsberg-Viertel; und auch die Verzögerungen beim Neubau des Klinikums, das sich nach wie vor auf dem Gelände befindet, für das viele längst neue Nachbarschaften in einem neuen Wohnquartier planen und visionieren.

Langer Atem, Geduld und Gelassenheit
Und genauso beginnt dieser Bericht von der Informationsveranstaltung zum Städtebaulichen Vertrag am 14. Juni 2017: „Langer Atem, Geduld und manchmal auch ein wenig Gelassenheit“ gehören zu den inzwischen trainierten Grunddisziplinen interessierter und engagierter Teilnehmer am Entwicklungsprozess für das Neue Hulsberg-Viertel – daran erinnerte zunächst Klaus Selle, der den Beteiligungsprozess ebenso wie Moderator Otmar Willi Weber von Anfang an begleitet. Während Weber seine Prophezeiung von 2011 revidieren musste, noch vor seinem Renteneintritt werde er den Baubeginn auf dem dann ehemaligen Klinikgelände erleben, erinnerte Selle noch einmal eindrücklich daran, „was seitdem geschah“: Wie viele der in intensiver Bürgerarbeit entwickelten Ideen und Ansprüche letztendlich in nun konkret werdende Planung eingeflossen sind, wie viel Arbeit dazu auch „hinter den Kulissen“ und abseits der öffentlichen Wahrnehmung in den beteiligten Behörden stattfindet und wie normal und fast „natürlich“ Veränderungen im Lauf der Zeit sind: Erneute Verzögerungen beim Neubau des Klinikums ebenso wie der in den vergangenen Jahren gewachsene Druck auf dem Wohnungsmarkt – die beide der Qualität der Entwicklung und ihres Ergebnisses gar nicht abträglich sein müssen. Der tatsächliche Bedarf an Sozialwohnungen und weiteren gemeinwohlorientierten Bau- und Wohnformen ist in der gesellschaftlichen und politischen Entwicklung parallel zum Beteiligungsprozess erst wirklich deutlich und allgemein anerkannt worden. Schließlich ergab eine Kurzumfrage, dass wieder einige der Anwesenden erstmals in eine Veranstaltung zum Neuen Hulsberg-Viertel gekommen waren.

Bundesweit vorbildlich – das ist auch zum Anspruch geworden
Selle lobt den Bremer Prozess als bundesweit vorbildlich: „Tatsächlich kenne ich keinen Planungsprozess zur Quartiersentwicklung, der so weitreichend auf Anregungen aus der Öffentlichkeit einging – und in dem das so intensiv zurückgemeldet wurde.“ Gleichzeitig mahnte der erfahrene Stadtplaner an, gerade in Phasen, in denen die Bürgerbeteiligung konkret ruht, weiterhin (und von nun an dringend wieder mehr) über Fortgang und auch Verzögerungen des Projektes transparent und regelmäßig zu informieren.

In der Bauleitplanung ist mit dem Aufstellen, Beschließen, Auslegen, Kommentieren und der abschließenden Fassung des Bebauungsplans „ein gesetzlich geregelter Prozess“ vorgeschrieben, der jetzt bald zu seinem Ende kommt – nicht mit weiteren Diskussionsangeboten, sondern schlussendlich mit einem rechtsverbindlichen Bebauungsplan, an den sich künftige Bauherren – ob Bauträger oder Baugemeinschaft– halten müssen und  an dem sie sich orientieren können.  Und darüber hinaus: „Was darin nicht logisch und automatisch geregelt wird und werden kann, das kommt in einen städtebaulichen Vertrag.“ Darin vereinbaren die Vertragspartner Stadt Bremen, GeNo und GEG (für die künftigen Bauherren) Regelungen zur Förderung und Sicherung der mit der Bauleitplanung verfolgten Ziele.

Präsentation von Klaus Selle

Beteiligung ist kein Entscheidungsrecht
In diesem Stadium wird noch einmal besonders deutlich: Öffentlichkeitsbeteiligung heißt nicht Bürger-Entscheidung, sondern beinhaltet das Recht auf Informationen – und die Möglichkeit, Anregungen in die Planung einzubringen, die von den Behördern be- und verarbeitet, abgewogen, schließlich von den politischen Gremien beschlossen und dann verbindlich vertraglich vereinbart werden. Wie dieses Stadium öffentlich begleitet wird, „ist überall unklar“, bekennt Klaus Selle – und regt an, dass Bremen und insbesondere die GEG für das Hulsberg-Viertel in seiner Vorreiterrolle auch hier Wege und Modelle erprobt, wie zu dem nicht originär öffentlichen Prozess dennoch offene Informationen und Diskurse ermöglicht werden können.

Auch Bausenator Joachim Lohse (Grüne) stellte in seinem Statement zunächst heraus, wie vielfältig und grundsätzlich Ideen und Anregungen aus der Bürgerbeteiligung in die Bauleitplanung eingegangen sind und sich auch im städtebaulichen Vertrag wiederfinden sollen. In Senat und Bürgerschaft seien die erarbeiteten Grundlagen inzwischen weithin akzeptiert – das sei ein großer Erfolg der kollektiven Arbeit. Lohse beschrieb dazu den „erheblichen Einigungs- und Moderationsbedarf“, der parallel zur im Beteiligungsprozess erlebten Ebene Bürger – Staat – Wirtschaft auch innerhalb der politischen Parteien, innerhalb des Senats und zwischen den Fraktionen des Parlaments zu berücksichtigen sei.

Der städtebauliche Vertrag sichert Ergebnisse der Bürgerbeteiligung
Die Frage von Moderator Otmar Willi Weber, ob der Bebauungsplan auch ohne städtebaulichen Vertrag umgesetzt oder der städtebauliche Vertrag ohne einen beschlossenen Bebauungsplan geschlossen werden könne, beantwortete GEG-Geschäftsführer Florian Kommer glasklar: „1. Nein. Und 2. Nein.“ Lohse und der baupolitische Sprecher der Grünen, Robert Bücking, bestätigten das. Denn klar ist: Jeder Grundstücks- und Gebäudekäufer braucht Klarheit und Sicherheit über die Anforderungen und Einschränkungen, die mit seinem Erwerb verbunden werden.

„Warum dauert das so lange und wann wird der Bebauungsplan denn nun Rechtskraft erlangen?“ wollte Otmar Willi Weber von Bausenator Lohse und seiner Mitarbeiterin, Stadtplanerin Marion Skerra, wissen. Ein hochkomplexer Bebauungsplan rufe auch komplexe Stellungnahmen hervor, so die Antwort. Die Bearbeitung der umfassenden Einwendungen, deren Themen sehr vielfältig und zum überwiegenden Teil aus den Beteiligungsformaten gut bekannt sind, erfordere Zeit. Zudem gäbe es anders als bei sonstigen Plänen viele Schnittstellen zum Städtebaulichen Vertrag, die für die Entscheidungsträger vorbereitet und entschieden werden müssten.

Reinhard Viering, Leiter der Bauordnung beim Senator für Bau, Umwelt und Verkehr, stellte klar: Der städtebauliche Vertrag ist Voraussetzung für Vorlage und Beschluss des Bebauungsplans in der Baudeputation und der Bürgerschaft – und damit auch für den angestrebten Verkauf der Grundstücke. Er vermittelte einen Überblick auf die Regelungen und Themen, die in dem städtebaulichen Vertrag konkret vereinbart werden sollen – wobei er klar machte, dass die Behörde hier die Vorgaben des Parlaments (und der Bürgerbeteiligung) gegenüber dem Grundstücksverkäufer Gesundheit Nord und dessen ökonomischen Interessen vertritt; die GEG befindet sich als Ausrichter des Beteiligungsprozesses, Zwischenerwerber  und schließlich Weiterverkäufer der Grundstücke „schizophren dazwischen“, bekannte Geschäftsführer Florian Kommer – ihre besondere Aufgabe besteht also auch im Interessenausgleich zwischen baulicher Qualität und ökonomischen Möglichkeiten.

Wichtige Themen im städtebaulichen Vertrag werden sein:

  • die Ausstattung des Quartiers mit Grundschul-  und Kindertagesplätzen
  • der sozial geförderte Wohnungsbau und Baugemeinschaften
  • die Grünanlagen und Bäume
  • Architektur- und Freiraumqualitäten
  • ein Mobilitätskonzept
  • die Bewirtschaftung der Gemeinschaftsanlagen
  • Erschließung, Entsorgung und Entwässerung
  • Kriterien für die Grundstücksvergabe
  • Klimaschutz

Details zu den angestrebten konkreten Vertragsinhalten finden sich in der Präsentation von Herrn Viering:

Präsentation_Vertragsinfo_von Reinhard Viering

Die erste Fassung des Bebauungsplans finden Sie unter diesem Link: http://www.bauleitplan.bremen.de/bplan/bp_02450.pdf

Quartiersverein soll Gemeinschaftsaufgaben sichern
Für die Umsetzung der anspruchsvollen Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum Mobilitätskonzept, zur Pflege und Bewirtschaftung der Grün- und Gemeinschaftsanlagen und öffentlicher Räume regt der Bausenator die Gründung eines Quartiersvereins an, zu dessen Finanzierung die Eigentümer von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen vertraglich verpflichtet werden.  Aus dem Publikum wurde angeregt, diesen Quartiersverein auch mit einem Kulturkonzept und Kooperationsangeboten der Besitzer, Bewohner und Nutzer zu betrauen. Klaus Selle schlägt dazu einen zusätzlichen Nachbarschaftsverein vor.

 

Vergabe auch nach Konzept
Es wird eine Sozialwohnungsquote von 30% der zu errichtenden Wohnungen angestrebt, mit deren Realisierung bei Baubeginn ebenfalls begonnen werden muss. Weitere 20% der entstehenden Wohneinheiten können durch Baugemeinschaften und –genossenschaften realisiert werden; diese werden nicht auf die Sozialwohnungen angerechnet, wenn sie nicht explizit Sozialwohnungen errichten.
Der Preis der Grundstücke und Gebäude, die die GEG verkauft, wird zu 10-50% vom Bau- und Nutzungkonzept abhängig sein; bei Baugemeinschaften zu 100%.

Und was kommt jetzt?
In seinem Schlussstatement beschrieb der Sprecher des Beirats Östliche Vorstadt, Steffen Eilers (Grüne) seine im Beteiligungsprozess immer wiederkehrende Sorge über „all die Versprechungen und Verheißungen und die harte Herausforderung, ob man das auch am Ende alles liefern kann“ und betonte die Erfolge: „30% Sozialwohnungen plus 20% für Baugemeinschaften – jede 2. Wohnung wäre damit nach sozialen Kriterien entstanden, das Mobilitätskonzept kann beispielgebend sein und das Bettenhaus hat eine realistische Chance!“ Abschließend appellierte Eilers, „jetzt wieder den Blick von und nach außen“ wahrzunehmen, denn „der neue Stadtteil muss zu den umliegenden Stadtteilen passen“ – deshalb müsse bei weiteren Beteiligungsschritten auch die gesamte Stadtgesellschaft wieder einbezogen werden.

Der baupolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Robert Bücking, betonte die große Einigkeit mit der SPD in der Bürgerschaft über das Projekt und seine Zuversicht für eine politische Bestätigung der erreichten Ergebnisse – und schloss mit dem Appell: „Und jetzt: Bildet Baugemeinschaften!

Bausenator Joachim Lohse sieht „schon sehr viel erreicht“ und betonte: „Die unterschiedlichen Sichtweisen sind keine der politischen Parteien – der Sprecher der Baudeputation (Jürgen Pohlmann, SPD) ist eine gute Seele! – sondern verschiedene Perspektiven zwischen den Zuständigkeiten für Bau, Finanzen, Gesundheit, zwischen künftigen Bewohnern, jetzigen und künftigen Besitzern.“

Das Schlusswort von Klaus Selle: „Fast alles wird gut. Aber nicht alles. Sehr vieles ist schon erreicht. Alles hat eine Dynamik.“ Selle rät, zu bedenken und zu beachten, „dass Pausen einem selbst gut tun – während andere an der Sache weiterarbeiten“ – kurz: Langer Atem und Gelassenheit werden neben Interesse, Engagement, Transparenz und Ideen auch weiterhin dringend gebraucht.

Dass dazu weiter Bedarf und Gelegenheit bestehen, machte Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther deutlich: Sie kündigte eine neue Beteiligungsrunde für das Programm und die Gestaltung der öffentlichen Räume und der „Grünen Mitte“ des Quartiers mit einem transparenten Qualifizierungsverfahren an.

Carsten Werner

Baugemeinschaften, aufgepasst!

www.friedrichkarl.de liefert erste Infos zum geplanten Grundstücksverkaufsverfahren

Am 8. Mai 2017 hatten der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr (SUBV) und die Grundstücksentwicklung Klinikum Bremen-Mitte GmbH & Co. KG (GEG) in einer öffentlichen Veranstaltung über den geplanten Grundstücksverkauf des Baufeldes „Friedrich-Karl“ an eine oder mehrere Baugemeinschaften informiert.

Unter www.friedrichkarl.de stehen die damals gezeigten Präsentationen zum Download zur Verfügung.

Fragen zum Grundstück und zum geplanten Verkaufsverfahren richten Sie bitte schriftlich an die GEG unter info@geg-bremen.de

Fragen zum Thema „Baugemeinschaft“ richten Sie bitte schriftlich an SUBV unter thomas.czekaj@bau.bremen.de

SORGENFREI 1 – Künstlerisch-wissenschaftliche Zwischennutzung endet in dieser Woche

Von März bis Juni 2017 wurde das Haus „Sorgenfrei 1“ von Künstlern und Wissenschaftlern bewohnt und inszeniert. Diese Zwischennutzung endet in den kommenden Tagen:

Am Donnerstag, Sonntag und Montag finden noch einmal fulminante, künstlerische Aktion statt:

Donnerstag, 22.6. um 20.00 Uhr
„Hausaufgabe“
Klank MusikAktionsEnsemble

Addition durch Substraktion: KLANK MusikAktionsEnsemble benutzt das Wohnhaus Sorgenfrei 1 als Instrument. Zum großen Finale der Zwischennutzung gehen die vier Musiker der Immobilie buchstäblich an die Substanz. Das Konzert Hausaufgabe bearbeitet ein Haus im Endstadium – und bereitet so den Abriss auditiv vor.

Sonntag, 25.6. & Montag, 26.6. um 20.00 Uhr
„Dramaturgies of the present“
Edit Kaldor & Studierende der HfK

Die Regisseurin Edit Kaldor aus Amsterdam ist im Sommersemster 2017 Gastprofessorin für experimentelle Aufführungsformen zwischen Kunst und Musik an der HfK Bremen. Gemeinsam mit Studierenden arbeitet sie in Sorgenfrei 1 an Formen von Anwesenheit und Gegenwart sowie an den Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Digitalem und Analogem. Und das ohne Telefonanschluss…

Ausführliche Informationen finden Sie hier: http://schwankhalle.de/spielplan/sorgenfrei-289.html