Aktuelles

Report der Veranstaltung: Mobilität und öffentlicher Raum am 31.03.14

Zur fünften Spezialveranstaltung konnten am späten Nachmittag wieder zahlreiche Teilnehmer im Siemenshochhaus begrüßt werden. Der Termin zum Themenbereich „Mobilität und öffentlicher Raum“ war von einem großen Team, bestehend aus Mitarbeitern von SUBV und GEG, unterstützt durch das Ortsamt Mitte, vorbereitet worden. Bereits am Anfang erfolgte der wichtige Hinweis, dass das nächste große Bürgerforum am Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 17:30 stattfindet.

Das mittlerweile bewährte Fragespiel brachte wieder interessante Erkenntnisse: So besaß die überwältigende Mehrheit der zahlreich erschienenen Anwesenden in den letzten 6 Monaten kein Auto. Wie in Bremen nicht anders zu erwarten, gaben fast alle Besucher an, regelmäßig mit dem Fahrrad  unterwegs zu sein. Eine ebenfalls beachtliche Zahl von Teilnehmern besitzt eine Fahrkarte und verwendet regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel. Und: Etwa jeder 5. Teilnehmer ist bereits bei Carsharing angemeldet.

Mit einem geschichtlichen Rückblick auf die städtebauliche Entwicklung von Bremen erläuterte Senatsbaudirektorin Iris Reuther die zunehmende Rolle des motorisierten Individualverkehrs und wie entscheidend dieser das Stadtbild aktuell prägt. Ein optimistischer Ausblick auf die Mobilität von morgen, die sich vielleicht durch mehr Teilhabe auszeichnen wird, bildete die Überleitung zu der Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Übergänge zwischen Privat und Öffentlich. Es folgte ein kurzer Überblick über die bisherigen Veranstaltungen, bei denen der heute besprochene Themenkomplex in vielen Bereichen bereits anklang und die Aufzählung der wichtigen Themen, die Verwaltung und geg daraus mitgenommen haben:

  • Minimierung und Organisation der Verkehrsfläche
  • Parkhaus: Kubatur und Erscheinung
  • Vorzonen für Vieles
  • Fahrräder: Wegeführung und Parken
  • Gärten und Sonne

Im Hinblick auf die viel diskutierte Dimensionierung des Parkhauses an der St. Jürgen Str. machte Reuther deutlich, warum dieses sowohl für die Funktionsfähigkeit des Klinikums Bremen-Mitte als auch für das Neue Hulsberg-Viertel relevant ist. [Präsentation Iris Reuther]

Konrad Rotfuchs und Christoph Ludwig von ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung, verantwortlich für die Verkehrsplanung im städtebaulichen Entwurf für das Neue Hulsberg-Viertel, veranschaulichten die Verkehrserschließung im und ums Quartier und gingen dabei auch genauer auf die Stellplatzbedarfe und –angebote ein. Besondere Aufmerksamkeit widmeten sie auch dem Radverkehr und der Quantität und Qualität der Fahrradstellplätze.

Das Team von ARGUS hat für das Hulsberg-Viertel, aufbauend auf einer Vielzahl von Bausteinen, ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept erarbeitet. So werden die mehrfach nutzbaren Stellplätze in den Quartiersgaragen u.a. ergänzt durch Carsharing Angebote und Nahlogistik. Darüber hinaus steht eine besonders innovative Form der Mobilitätsversorgung – eine Quartiersbezogene Fahrzeugflotte – in der Diskussion. Mit dem Anspruch, das eigene Auto adäquat zu ersetzen, könnte die Flotte unterschiedliche Fahrzeuge für die vielfältigen Bedürfnisse der künftigen Bewohner anbieten.

Als weitere Grundlage für die anschließende Diskussion zur Gestaltung des öffentlichen Raumes zeigten die Verkehrsplaner einige mögliche Varianten für bestimmte Bereiche als Detailansicht. Um die gesamte Präsentation von ARGUS zu sehen, bitte [hier] klicken.

Eine kleine Neuheit im Ablauf der Spezialveranstaltung war, dass die mit den Teilnehmern zu diskutierenden Themen im Dialog zwischen Robert Bücking, dem Ortsamtleiter Bremen-Mitte, und Michael Flassig, Verkehrsplaner beim Bausenator, noch einmal erörtert und, soweit möglich, auf den Punkt gebracht wurden. Dabei kam u.a. die spannende Frage auf, ob sich das Neue Hulsberg-Viertel mit seinem zukunftsorientierten Konzept gegen die umliegende Nachbarschaft durchsetzen, oder dem „Druck“ von Außen nicht standhalten kann.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Östliche Vorstadt mit 0,5 PKW pro Haushalt bereits einen geringeren Stellplatzbedarf aufweist als viele andere Stadtteile wie beispielsweise Schwachhausen, wo 0,7 PKW auf jeden Haushalt kommen. Die Chancen stehen bei der zunehmenden Nutzung von Carsharing, welche statistisch belegt ist, also nicht schlecht.

Nach dem Dialog und einer kurzen Pause organisierten sich die Anwesenden wie üblich zu
Werkstattgesprächen an zwei Tischen. Kontrovers diskutiert wurde unter anderem das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf einer Mischverkehrsfläche – eine Dame befürchtete, dass Radfahrer wohlmöglich keine Rücksicht auf die Fußgänger nehmen würden. Die Mehrzahl der Teilnehmer begrüßte jedoch das zukunftsorientierte Konzept einer gleichberechtigten Nutzung der Straßenräume.

Andere BesucherInnen machten sich Gedanken über die Ausformulierung der öffentlichen Räume. Abgesehen vom Teilen der Autos, bemerkte ein Gast, können ja auch die privaten Vorgärten als eine gemeinsam gestaltbare Nutzfläche für die jeweiligen Bewohner eingerichtet werden.

Einen munteren Schlagabtausch gab es auch zu der Frage, wie der ruhende Verkehr untergebracht werden soll: Parkhaus oder Tiefgarage? Zunächst einmal wurde folgende grundsätzliche Kritik deutlich: In den das städtebauliche Gutachterverfahren vorbereitenden Bürgerforen wurde herausgearbeitet, dass Tiefgaragen aus verschiedenen Gründen als eher ungeeignete Lösung zur Unterbringung der PKW erachtet wurde. Einige Argumente, die im bisherigen Beteiligungsprozess bereits geäußert wurden:

  • Sie verfügen über ein geringeres Nachnutzungspotential, sofern sie als Tiefgarage künftig weniger Verwendung finden. Parkhäuser – so die Argumentation an einem der Arbeitstische – ließen sich wesentlich schneller und kostengünstiger rückbauen, würden sie nicht mehr gebraucht.
  • Die Herstellungskosten von Tiefgaragen liegen deutlich höher, als es bei
    Parkhäusern der Fall ist.
  • Der Antrittswiderstand, das Auto zu nutzen, wird bei Tiefgaragenplätzen abgesenkt.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Spezialveranstaltung äußerten nun ihren Unmut darüber, dass trotz der vorgenannten Argumente gegen Tiefgaragen der jetzige Entwurf für das Neue Hulsberg Viertel, diese PKW-Abstellmöglichkeiten vermehrt vorsehe. Die Argumente für mehr Stellplatzangebote in Tiefgaragen lauteten hingegen:

  • Im städtebaulichen Entwurf für das NHV ist noch eine erhebliche Zahl von Stellplätzen nachzuweisen. Diese Stellplätze in Tiefgaragen nachzuweisen, bietet Gewähr, dass nicht Grundstücke, die eigentlich für Wohnungsneubau vorgesehen waren, herangezogen werden müssen.
  • Im Sinne der Barrierefreiheit sind Tiefgaragen eine von vielen Menschen bevorzugte Möglichkeit zur Unterbringung des privaten PKW in Wohnungsnähe.
  • Die Herstellungskosten von Tiefgaragen sind nicht durch die Allgemeinheit zu tragen, sondern durch jene, die die Garagen letztlich nutzen; also letztlich ist es eine individuelle Entscheidung.
  • Auch das vorgestellte Mobilitätskonzept sorgte für spannende Diskussionen, aber auch für viele neue Anregungen: Man könne doch noch einen Schritt weiter gehen und Elektroautos als Carsharing-Autos einrichten, diese könnten zudem durch Solarzellen auf den Dächern der Mobil-Punkte oder Servicestellen aufgeladen werden.

Zur Etablierung einer quartiersbezogenen Flotte müsste voraussichtlich ein finanzieller Grundbeitrag von jedem Bewohner gefordert werden. So wurde darüber diskutiert, ob diese Verpflichtung zu Benachteiligung der Bewohner, die nicht an dem Konzept teilhaben wollen oder können, führen würde. Als möglicher Lösungsansatz wurde festgehalten, dass man verschiedene bedarfsorientierte Pakete zu unterschiedlichen Preisen ansetzen könnte.

Diese und andere Anregungen, Ideen und Bemerkungen wurden wie immer dokumentiert und festgehalten. Dokumentation Stellwände

Mit einem herzlichen Dank an die vielen engagierten Besucher und Beteiligten im Hulsberg-Prozess endete der Abend der letzten Spezialveranstaltung im ersten Halbjahr 2014.

Forum Neues Hulsberg-Viertel am Mi, 14.05.2014, 17:30

Veranstaltungsort des Forums: Hörsaal der Inneren Medizin im 4. OG des historischen Klinikgebäudes (Haus 2), St. Jürgen-Straße 1 (Eingang auf Höhe der Treskowstraße)

Das nächste Forum zur Planung des Neuen Hulsberg-Viertels findet statt am Mittwoch, den 14.05.2014 um 17:30 (voraussichtliches Ende der Veranstaltung 20:30). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Wir bitten alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, den Termin für die nächste große Veranstaltung, eine „Städtebau-Werkstatt“ am Samstag, den 12. Juli 2014, auch schon einmal vorzumerken. Nähere Information zu dieser Veranstaltung und dem Veranstaltungsort erhalten Sie auf dem Forum und demnächst auf dieser Seite.

In den vergangenen Monaten wurden in einer Reihe von Spezialveranstaltungen die Themen Bebauungsplan und städtebauliche Dichte, Gebäudebestand, Baugemeinschaften, Energie und Mobilität und öffentlicher Raum mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern diskutiert. Die Veranstaltungen waren gut besucht und von umfangreichem Informationsaustausch und angeregten Diskussionen geprägt. Auf dem Forum wollen wir jetzt gemeinsam Bilanz ziehen und uns darauf verständigen, ob alle in den bisherigen Veranstaltungen formulierten Anregungen, Kritiken, Nachfragen, Ermahnungen etc. in angemessener Weise aufgenommen und dokumentiert worden sind. Dabei darf der Blick für das Wesentliche nicht verloren gehen! Und wir wollen gemeinsam noch einmal überprüfen, ob und welche weiteren Aspekte und Fragestellungen noch einmal einer vertieften Diskussion bedürfen.

Die inhaltliche Diskussion um den städtebaulichen Entwurf für das Neue Hulsberg-Viertel, um die Bebauungsplan-Inhalte und um einzelne Gesichtspunkte wird schließlich wesentlich mehr Zeit erfordern. Deshalb ist für den 12. Juli eine ganztägige städtebauliche Werkstatt geplant, an dem diese Arbeit stattfinden soll.

So sieht der Fahrplan für den 14.05. aus:
Begrüßung und Ausblick auf den Abend –  Rückblick, Standort, Ausblick: Wo stehen wir im Prozess? – Was wurde gemeinsam erarbeitet – Bilanz der Spezialveranstaltungen: Was haben wir gemeinsam besprochen? – Welche Ideen sind geboren worden? – Was muss weiter vertieft werden? – Gemeinsame Arbeit an der Bilanz als Vorbereitung der Werkstatt am 12.07.2014: Worauf haben wir uns bis hierhin verständigt? – Was müssen wir weiter bearbeiten und erörtern?

 

Treffen „BürgerInAktion Neues Hulsberg“ am 23.04.

Die “BürgerInAktion Neues Hulsberg” trifft sich am Mittwoch, dem 23.04.2014, um 19 Uhr, im Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt, Am Dobben 91.

Tagesordnung

TOP 1 Stand der Dinge
Web Seite
Brief an BetrRat bezüglich Räumlichkeiten für die BürgerInAktion
Brief von Wohngruppen an Senator UBV

TOP 2 Vorbereitung für das Forum am 14.5.

TOP 3 Verschiedenes

 

Spezialveranstaltung Mobilität und öffentlicher Raum

Am Montag, dem 31. März 2014, wird im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum Neuen Hulsberg-Viertel eine Veranstaltung stattfinden, auf der die Themen Mobilität und öffentlicher Raum auf dem heutigen Klinikgelände erläutert und mit den Teilnehmern diskutiert werden sollen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Herausforderung, mit welcher planerischen Haltung wir den Angelegenheiten begegnen, die den öffentlichen Raum und den Umgang mit der Mobilität betreffen?

Diese Fragen könnten uns beschäftigen:

– Wie werden Verkehre im Neuen Hulsberg-Viertel und am Klinikum organisiert?

– Wie ist das mit dem öffentlichen Raum klug in Einklang zu bringen?

– Wie hat man zukunftsweisend sich der Fragen zur Mobilität im Quartier angenommen; welche Strategien stehen in der Diskussion?

Fahrradverkehr, Bügelerschließung, Tiefgaragen, Grüne Mitte, Besuherparken, teilen statt besitzen, Klinikparkhaus, Mischverkehrsfläche,… – Die Themenliste für den Abend ist lang!

Die Veranstaltungsdaten:

Mo, 31.03.2014, 17.30 Uhr – ca. 20.00 Uhr
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Contrescarpe 72/Ecke
Schillerstr./Auf der Brake (ehem. Siemens-Hochhaus), 1.OG Raum 1.07

Report der Veranstaltung Baugemeinschaften am 12.02.14

Die dritte Spezialveranstaltung, die unter der Überschrift „Bremen baut Gemeinschaft“ stand, sich also rund um das Thema Baugemeinschaften drehte, war außerordentlich gut besucht. Das Thema Baugemeinschaften stößt in Bremen offensichtlich auf großes Interesse.

Nach einer kurzen Begrüßung und thematischen Einleitung durch die Senatsbaudirektorin Iris Reuther übernahm Christoph Theiling das Wort und moderierte gewohnt kundig und unterhaltsam durch den Abend.

In dem sehr gut besuchten Ausstellungsraum beim Bausenator wurden so viele neue Gesichter gesehen wie lange nicht mehr. Drei Viertel der Gäste gaben an, dass sie durch eine Baugemeinschaft gerne Eigentum erlangen möchten. Während einige der Anwesenden sich bereits in Baugemeinschaften zusammengefunden haben, suchen andere noch Anschluss.

Um dieses zu unterstützen, richtete der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im vergangenen
Jahr eine Koordinierungsstelle für Baugemeinschaften ein, die durch Thomas Czekaj vertreten ist.

Czekaj präsentierte grundlegende Informationen zum Thema Baugemeinschaften, skizzierte
die Aufgaben der Koordinierungsstelle, die Anlaufstelle für Baugemeinschaften und für Einzelpersonen
mit Interesse an diesem Thema ist, und stellte bereits realisierte Projekte im Raum Bremen vor.

Zudem erläuterte er die unterschiedlichen Motive, die zur Bildung einer Baugemeinschaft führen können, und benannte gängige Rechts- bzw. Organisationsformen von Baugemeinschaften.

Als konkrete Aktivitäten benannte er die Einrichtung einer Internetseite, auf der Informationen zum Thema „Baugemeinschaften“ und künftig auch ausgeschriebene „Baugemeinschafts-Grundstücke“ und Terminankündigungen zu finden sind. Dort wird auch ein Newsletter angeboten und ein „Interessentenformular“ steht als Download zur Verfügung. Dieses dient der Einschätzung des Interesses an und der Organisation von Baugemeinschaften. Das von Gruppen oder auch Einzelpersonen ausgefüllte und unterschriebene Interessentenformular wird im Service-Center Bau in einem Ordner mit der Bezeichnung „Baugemeinschaftsbörse“ abgeheftet und ist so für andere
Suchende einsehbar.

Zur Organisation der Vergabe von Baugemeinschaftsgrundstücken wird zurzeit an einem Kriterienkatalog gearbeitet, der u. a. das Gemeinschafts-, das Wohnungs- und Gebäudekonzept und das Finanzierungskonzept bewertet. Es wird angestrebt, dass die bremischen Einrichtungen, die Grundstücke und Immobilien aus städtischem Besitz veräußern, diesen Kriterienkatalog bei den
Vergabeverfahren anwenden. Ziel ist es, Diversität im Sinne einer heterogenen Bewohnerstruktur und die Flexibilität der Gruppen, sprich die Anpassung an die Erfordernisse des Ortes, zu fördern.

Ein wesentlicher Aufgabenschwerpunkt der Koordinationsstelle liegt in der Beratung. Interessenten können die Möglichkeit einer Erstberatung – auch über die weiterführende Unterstützung durch Dritte -wahrnehmen. Sowohl vor, als auch nach der Grundstücksvergabe können sich Baugemeinschaften an die Koordinierungsstelle wenden.

Die aktuell bekannt gegebenen Termine, auf denen sich die Koordinierungsstelle präsentiert, sind der LBS-Immobilientag am 8. und 9. März und der Baugemeinschaften-Tag am 14. Juni 2014. Weitere Termine sind in Planung.

Alle Informationen zur Koordinierungsstelle sowie das Interessentenformular finden Sie hier (Link/ oder: http://www.bau.bremen.de/info/baugemeinschaften)

Mit einem kurzen Beitrag zur Grundstücksthematik kam auch Florian Kommer zu Wort. Er machte deutlich, dass das Projekt Neues Hulsberg-Viertel noch nicht soweit fortgeschritten ist, als dass man schon konkrete Aussagen zu möglichen Grundstücken und Parzellierungen treffen könnte. In diesem Kontext verdeutlichte er auch noch einmal den aktuellen Zeitplan, welcher sehr am Krankenhausneubau orientiert ist.

140212_Baugemeinschaften_Hulsberg

Die Referatsleiterin Bremen-Mitte, Angela Weiskopf zeigte am Beispiel anderer Städte bereits realisierte Bauten, welche in Gemeinschaft errichtet wurden. Besonderes Augenmerk war hier auf ein altes Militärgelände in Tübingen gerichtet, das im Schwerpunkt für Baugemeinschaften ausgeschrieben
wurde, das „Französische Viertel“.

Einen sehr spannenden und lebensnahen Einblick in ein solches Projekt bot auch Dörthe Halves, welche ebenfalls beim SUBV arbeitet. Sie ist selbst Mitglied einer Baugruppe, die ihr Bauvorhaben mittlerweile realisiert hat.Den Werdegang des Projektes „Villa P“ und die Erfahrungen, die sie in dem
Projekt gesammelt hat, trug sie sehr unterhaltsam mit einer Powerpoint-Präsentation vor, die wir aus urheberrechtlichen Gründen leider nicht veröffentlichen können.

Nach den Präsentationen wurden die Werkstattgespräche begonnen: An zwei Tischen diskutierten die Besucher mögliche Grundstücke und Parzellierungen für Baugemeinschaften am Lorenzen-Plan, wobei auch Bestandgebäude berücksichtigt wurden. Um einen weiteren Tisch herum fanden sich
all jene zusammen, die grundsätzliche Fragen zu Baugemeinschaften stellen wollten.

  

Aus den Gesprächen konnte man entnehmen, dass es bereits einige Baugruppen in Bremen gibt, die seit längerer Zeit ein geeignetes Grundstück suchen.

Eine interessante Diskussion löste auch die Frage danach aus, ob sich erst die Gruppe finden sollte, oder man sich zuerst am Grundstück orientiert und eine dementsprechende Gruppe sucht.

Um eine Orientierung für die Größe des benötigten Grundstückes und für die darauf realisierbaren Wohneinheiten zu erhalten, wurden „Gebäudepuzzlestücken“ erstellt, die von den TeilnehmerInnen probeweise verortet werden konnten. Dabei stellte sich heraus, dass es eine gewisse Tendenz zu Größenordnungen von 12 bis 20 Wohneinheiten gab.

Bei einer Abstimmung war sich die Mehrheit der Anwesenden einig: Gemeinschaftliches Bauen sollte überall möglich sein, vorab ausgewählte Areale oder eine Konzentration der Baugemeinschaften in einem Baufeld werden eher nicht befürwortet.

Befragung zum Beteiligungsprozess

Im Rahmen einer Bachelorarbeit wird ein Forschungsprojekt im Beteiligungsverfahren „Neues Hulsberg Viertel“ durchgeführt. Dazu werden BürgerInnen gesucht, die sich für ein kurzes telefonisches Interview zur Verfügung stellen. Anhand der erhobenen Daten soll untersucht werden, wie nachhaltig das Verfahren durchgeführt wird. Mit jedem zusätzlichen Interviewpartner werden die Ergebnisse des Forschungsvorhabens aussagekräftiger. Daher wäre der Verfasser der Arbeit Ihnen sehr dankbar, wenn ein Interesse an einem Mitwirken besteht und Sie Kontakt mit ihm aufnehmen würden.

Kontaktdaten:

Daniel van Ballegoy

Tel.: 0421/6969 34 35
Mail: daniel.van.ballegoy@web.de

 

Treffen „BürgerInAktion Neues Hulsberg“ am 20.03.

Die “BürgerInAktion Neues Hulsberg” trifft sich am Donnerstag, dem 20.03.2014, um 19 Uhr, im Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt, Am Dobben 91.

Tagesordnung

TOP 1: Stand der Dinge
– Homepage
– Räumlichkeiten für die BürgerInAktion

TOP 2: Zwischenfazit zu den bisherigen Sonderveranstaltung des Senators UBV
– Bebauungsplan
– Bestandsgebäude
– Baugemeinschaften
– Gutes Klima – buten un binnen

TOP 3: Verschiedenes

Spezialveranstaltung zur Energieversorgung im Quartier

Am Montag, dem 10. März 2014, wird im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum Neuen Hulsberg-Viertel eine Veranstaltung stattfinden, die sich mit der künftigen Energieversorgung im Quartier befasst.
Es soll verschiedenen Fragen nachgegangen werden, so zum Beispiel:

Wie kann eine nachhaltige Energieversorgung für das Neue Hulsberg-Viertel aussehen?

Wie geht das eigentlich mit einem BHKW?

Welche energetischen Standards sind für die Gebäude angedacht? Und gibt es da Unterschiede zwischen Neubauten und den historischen Bestandsgebäuden?

Welche Rolle spielt Energiegewinnung durch Photovoltaik?

Die Veranstaltungsdaten:

Mo, 10.03.2014, 17.30 Uhr – ca. 19.30 Uhr
Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Contrescarpe 72/Ecke
Schillerstr./Auf der Brake (ehem. Siemens-Hochhaus), 1.OG Raum 1.07

Report der Spezialveranstaltung Gebäudebestand am 29.01.14

Am 29. Januar begrüßte Senatsbaudirektorin Iris Reuther zu der zweiten Spezialveranstaltung. Dieses Mal ging es um die Rolle des Gebäudebestandes im Neuen Hulsberg-Viertel.

Wieder nahmen viele bekannte Gesichter, aber auch einige Hulsberg-Neulinge an der von Christoph Theiling moderierten Veranstaltung teil. Bei der üblichen Fragerunde an das Publikum stellte sich heraus, dass fast jeder der Anwesenden bereits als Patient im Klinikum Bremen-Mitte (KBM) behandelt wurde und so schon Bekanntschaft mit dem einen oder anderen Bestandsgebäude gemacht hat. Das Potenzial der Bestandsgebäude schätzten die Gästen sehr vielseitig ein: Wohnen, Arbeiten, Gewerbe sowie Zwischennutzungen sind für viele vorstellbar.

Mit einem kurzen Vortrag zu der Historie des Klinikstandortes und der städtebaulichen und baukulturellen Bedeutung des Gebäudebestandes leitete Frau Professor Dr. Reuther die Präsentation ein.

Stellvertretend für den Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, Herrn Professor Dr. Georg Skalecki, erläuterte Herr Kirsch vom Denkmalpflegeamt, welche Gebäude aktuell unter Schutz stehen und was geplant ist. Der mittig an der St. Jürgen Straße gelegene Gründungsbau des Klinikums, die „Alte HNO-Klinik“ steht seit 1996 als Einzelbaudenkmal unter Denkmalschutz. Das 1847 – 51 erbaute spätklassizistische Gebäude hat eine besondere krankenhausgeschichtliche Bedeutung und steht zusammen mit den beiden flankierenden Großbauten, der heutigen Augenklinik und Urologie (ehemals Chirurgisches Krankenhaus) und dem heute für Chirurgie und Innere Medizin genutzten Gebäude unter Ensembleschutz. Für ein weiteres erhaltenswertes Einzelgebäude, die Pathologie, läuft zurzeit das Unterschutz- stellungsverfahren. Darüber hinaus bezeichnet Herr Kirsch die Dermatologie als Erhaltungskandidaten, für den jedoch keine Unterschutzstellung vorgesehen ist.

Anschließend veranschaulichte die Senatsbaudirektorin Reuther anhand von unterschiedlichen Planungsständen den Umgang mit dem Gebäudebestand im städtebaulichen Entwurf. Reuther erläuterte, wo und warum der städtebauliche Entwurf präzisiert werden musste und wie die Rolle des Gebäudebestandes im überarbeiteten städtebaulichen Entwurf aussieht.

Florian Kommer, Geschäftsführer der GEG, erklärte in diesem Zusammenhang, welche Gutachten zu den Bestands- gebäuden vorliegen und in welcher Tiefe diese bearbeitet wurden. Dies ist insofern relevant, da die Gutachten eine Grundlage für das städtebauliche Gutachterverfahren bildeten. Bei der Bewertung wurde immer die Bedeutung des einzelnen Gebäudes im städtebaulichen Kontext betrachtet. Aber auch der bauliche Zustand, die architektonische Qualität  und die Wirtschaftlichkeit einer Umnutzung wurden als wichtige Kriterien für die Bewertung der Bauten herangezogen.
140127 Präsentation Bestandsgebäude

Die anschließende Ankündigung von Frau Reuther, dass seit dem Vormittag des 29. Januars Planmaterialien zu den Bestandsgebäuden im Internet zur Verfügung stehen, wurde mit dankendem Applaus quittiert. Der Download der Planmaterialien ist unter www.neues-hulsberg.de, unter der Rubrik „Das Neue Hulsberg-Viertel“ möglich.

Herr Kommer rief in Erinnerung, dass man damit einer schon vor längerer Zeit geäußerten Bitte aus der Bürgerbeteiligung nachgekommen sei. Er bedankte sich für die Geduld der Bürgerinnen und Bürger in dieser Sache und namentlich bei Herrn Bücking, dem Ortsamtsleiter Mitte/Östliche Vorstadt, der sich für die Veröffentlichung der Unterlagen in besonderer Weise eingesetzt hat, und bei dem Geno-Geschäftsführer Herrn Dr. Pfeiffer, der der Veröffentlichung zugestimmt hatte.

Nach der Präsentation versammelten sich die Gäste an zwei Tischen, an denen jeweils einige Experten standen, und diskutierten zu folgenden Themenschwerpunkten:

– Identität und Ästhetik
– Begegnung und Kultur
– Umnutzungen
– Ökonomie und Ökologie

In der sich anschließenden Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse wurden durch die Bürgerinnen und Bürger bereits erste Nutzungsideen für einige Bestandsgebäude vorgestellt. Diese reichten von öffentlichkeitswirksamen Nutzungen wie Gastronomie oder kulturellen Einrichtungen über besondere Dienstleistungen im Bereich Pflege und Therapie bis zu Wohnnutzung. Während sich die Pathologie aufgrund ihrer zentralen Lage besonders gut für eine öffentliche Nutzung eigne und so etwas wie das „Rathaus von Hulsberg“ werden könne, könne bei Gebäuden wie der MTA-Schule auch über eine Wohnnutzung nachgedacht werden. Einige Hinweise bezogen sich auf eine Nachnutzung der Kapelle als Ort der Begegnung und Kultur, langfristig oder auch als Zwischennutzung. Neben dem Thema Zwischennutzung, das auch für andere Gebäude wie z.B. die alte Prof- Hess Kinderklinik angesprochen wurde, wurde auch über eine Inszenierung der Gebäude vor dem Abriss nachgedacht. Ein weiterer sehr konkreter Vorschlag war die Einrichtung einer Kita in der Dermatologie.

Die auf Moderationskarten und in Form von graphischen Protokollen festgehaltenen Anmerkungen, Fragen und Stichworte finden Sie hier:

Die Veranstaltungsreihe wird fortgesetzt mit dem Thema „Baugemeinschaften“ am 12.02.2014. An dieser Stelle wie immer der Hinweis, regelmäßig auf die website www.neues-hulsberg.de zu schauen, um über weitere Veranstaltungen und anderweitige Veröffentlichungen auf dem Laufenden zu sein.

Protokoll: Sevinc Karademir und Marion Skerra

Report der Spezialveranstaltung B-Plan am 16.01.2014

Als Auftakt der angekündigten Reihe von Spezialveranstaltungen fand am 16.01.14 eine gut besuchte Veranstaltung zum Thema „Bebauungsplan und städtebauliche Dichte“ statt.  Nach der Begrüßung durch Senatsbaudirektorin Iris Reuther gab Moderator Christoph Theiling einen kurzen Überblick über den weiteren Ablauf und ermittelte mithilfe von Fragen an das Publikum  wieder eine Reihe  interessanter Ergebnisse:

So kann sich ein Großteil vorstellen im Jahr 2020 im neuen Hulsberg-Viertel zu leben. Ebenfalls waren interessierte Bürger/innen sowohl aus dem unmittelbaren Umkreis des Quartiers als auch von weiter her anwesend.

Nach Meinung des überwiegenden Anteils der Anwesenden passt das Stichwort Generationsübergreifendes Wohnen am besten zum neuen Hulsberg-Viertel. Gefolgt von den Stichworten „Urbanes Wohnen“ und „Junge Familien“.

Für gut ein Viertel der über 60 Anwesenden war das die erste Veranstaltung zum Neuen Hulsberg-Viertel. Einige der Anwesenden gaben an, sich bereits mit B-Plänen auseinander gesetzt zu haben. Das mehrheitliche Anliegen des Publikums war jedoch, mehr Informationen zu dem Thema Bebauungsplan zu erhalten  –  also wurde schnell mit den Präsentationen begonnen.

Es folgten die Beiträge zu drei Themengebieten: Angela Weiskopf erklärte in ihrem Vortrag „Was ist ein B-plan“, wann ein Bebauungsplan aufgestellt wird und was dieser eigentlich regelt. Zur näheren Erläuterung skizzierte Frau Weiskopf an einem beispielhaften Planausschnitt die graphischen und textlichen Elemente („Festsetzungen“), die Gegenstand eines B-Plans sein können.
Es wurde auch dargestellt, was ein Bebauungsplan nicht regelt (z.B. Grundstücksgrenzen, Grundstückspreis, energetischer Standard …). Diese Regelungsinhalte können bei Bedarf über einen städtebaulichen Vertrag oder in einem Grundstückskaufvertrag festgehalten  werden.

Danach folgte Uwe Eickhoff mit der Darstellung des Verfahrensablaufs eines Bebauungsplans. Diesen bildete er in Etappen ab, nannte die gesetzlichen Rahmenbedingungen und erläuterte, dass ein Bebauungsplan erst mit der Bekanntmachung für die Öffentlichkeit in Kraft tritt, also erst dann rechtskräftig und damit für jedermann verbindlich  ist.

Als Besonderheit bei dem Verfahren zum Neuen Hulsberg-Viertel hob er die umfangreiche frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit hervor. Während diese üblicherweise in Form einer Einwohnerversammlung erfolgt, startete die Beteiligung beim Neuen Hulsberg-Viertel mit der Auftaktveranstaltung im April 2011, setzte sich in einer Reihe von Foren und begleitenden Veranstaltungen wie Spaziergängen fort und dauert immer noch an. Er wies auch darauf hin, dass sich die Phase der frühzeitigen Beteiligung langsam ihrem Ende nähert und dass jetzt im Rahmen der im ersten Halbjahr 2014 anstehenden Veranstaltungen der richtige Zeitpunkt sei, Hinweise und Anregungen einzubringen.

Marion Skerra erläuterte in ihrem Vortrag zur „Städtebaulichen Dichte“, wie sich die städtebauliche Dichte des Neuen-Hulsberg Viertels in die Umgebung einfügt. Dieser Aspekt wurde in das Programm aufgenommen, da in den vorausgegangen Veranstaltungen immer wieder Fragen zur Verträglichkeit der vorgesehenen Dichte gestellt wurden. Anhand von Schrägluftbildern der unmittelbaren Umgebung des Grundstücks zeigte Frau Skerra, dass ein Großteil der bestehenden Baustruktur  eine mit dem Neuen Hulsberg-Viertel vergleichbare Dichte aufweist. Auch anhand gebauter Beispiele mit ähnlichen Strukturen konnten sich die Anwesenden ein besseres Bild über das Neue Hulsberg-Viertel machen.

Die gesamte Präsentation finden Sie hier:

Präsentation „Bebauungsplan & städtebauliche Dichte“

Nach einer kurzen Pause versammelten sich alle Anwesenden in zwei Arbeitsgruppen um den Lorenzen-Entwurf herum, um zu diskutieren und der Verwaltung Fragen und Hinweise für die weitere Bearbeitung mit zu geben.

Die vielen Fragen und Hinweise zum Thema Mobilität und zum Thema Freiraum, darunter auch die Frage, wie diese im Bebauungsplan verankert werden, wurden aufgenommen und werden in der Erarbeitung der verkehrsplanerischen und freifäumlichen Aspekte mit  den beauftragten Fachplanern und den zuständigen Abteilungen erörtert und geprüft. Zu Fragen zu der vorgesehenen Parzellierung lautete die Antwort, dass dieses nicht im Bebauungsplan festgesetzt werden kann. Dieses kann z.B. Inhalt städtebaulicher Verträge oder von Grundstückskaufverträgen sein und muss daher erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

Während der gesamten Veranstaltung hatten die Besucher die Möglichkeit ihre Fragen auf Kärtchen festzuhalten, damit diese an einer Stellwand gesammelt und dokumentiert werden konnten.

Die nächste Veranstaltung findet am 29.01.14 zum Thema Bestandsgebäude statt – damit auch die Folgeveranstaltungen so erfolgreich ablaufen, empfiehlt es sich für alle Interessenten noch einmal in den Veranstaltungskalender für die kommenden Monate zu schauen.
Protokoll: Sevinc Karademir